Großaltdorf

Großaltdorf

Die Bartholomäuskirche

in Großaltdorf

 

Seit alters sind die Großaltdorfer Christen mit der im 6. Jahrhundert gegründeten Basilika St. Martin auf der Vellberger Stöckenburg verbunden, die die Urpfarr- und Missionskirche für die ganze Umgegend war.

Erst um 1285 ist dann in Großaltdorf ein eigenes Gotteshaus entstanden, das im Jahr 1489 unter dem Namen St. Michael erwähnt wird.

Kurze Zeit später, im Jahr 1513 werden als Namensgeber für das Gotteshaus St. Sebastian mit St. Margareta genannt.

 

Die Reformation machte auch vor Großaltdorf nicht Halt. Im Jahr 1535  kam Pfarrer Hans Leonhardt nach Großaltdorf. Er war wohl der erste evangelische Pfarrer am Ort. Jedenfalls wird von seiner Heirat berichtet.

Als Namensgeber der Kirche taucht nun Bartholomäus auf. Bis heute heißt die Kirche seitdem Bartholomäuskirche.

Bartholomäus war einer der zwölf Apostel (Mk 3,18 EU) und wird in alten Schriften als Märtyrer genannt. Der Name Bartholomäus leitet sich von aramäisch Bar-Tholmai = Sohn des Tholmai (des Furchenziehers) ab. Die Bibelwissenschaft sieht in Nathanael und Bartholomäus die gleiche Person. Jesus Christus bezeichnet ihn als „Mann ohne Falschheit“ (Joh 1,47 EU). Legenden sehen in ihm auch den Bräutigam der Hochzeit zu Kana (Joh 2,1-11 EU). Erst nach der Berufung zum Apostel wird er dann Bartholomäus (Mt 10,3 EU) genannt.

Er predigte der Überlieferung nach in Persien, möglicherweise auch in Indien, wo er eine hebräische Abschrift des Matthäus-Evangeliums hinterlassen haben soll. Legenden weisen ihm auch die Verbreitung des Evangeliums in Ägypten und Armenien zu. Den Märtyrertod starb er 71 n. Chr. vermutlich in der Stadt Albanopolis in Albanien. Sein Tod wurde der Legende nach durch folternde Schergen herbeigeführt, indem ihm die Haut abgezogen wurde. Sein Attribut, mit dem er in der Kunst dargestellt wird, ist daher das dabei verwendete Schindermesser.

Sein Namenstag ist der 24. August

Jesus die Treue halten auch gegen Widerstände, sein Wort weitersagen in der Gemeinde und in alle Welt, das sollen der Gemeinde, die sich in der Bartholomäuskirche versammelt, bis heute wichtige Anliegen sein.

Wir sehen die Bartholomäuskirche, wie wir sie heute vor Augen haben, allerdings nicht in ihrem ursprünglichen Zustand.

 

Bis Ende des 2. Weltkriegs befand sich die Sakristei mit einem Eingang zum Kirchenschiff unter dem Kirchturm. Auf dieser Kirchturm-seite stand früher der Altar und auch die Kanzel. Anders als heute gab es dort damals noch keine Empore.

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Empore, auf der heute die Orgel steht, war schon vorhanden. Auf ihr durften die Großaltdorfer Gottesdienstbesucher sitzen, allerdings erst, nachdem sie konfirmiert waren. Gegenüber, wo heute der Chorraum und die bunten Fenster die Kirche zieren, war die Empore für die Kleinaltdörfer. Diese strikte Trennung bei den Eingängen ließ sich umso eher durchführen als Groß- und Kleinaltdorf auch von der Bebauung her durch eine größere Baulücke von einander getrennt waren. Die Anordnung der Kirchenbänke im ebenerdigen Bereich war auf den Platz des alten Altars ausgerichtet.

 

Über dem Eingang zur jetzigen Sakristei befand sich die Orgelempore. Der Organist war bei seinem Spielen auf die Mithilfe von zwei Konfirmanden angewiesen, die den Blasebalg zu treten hatten. Bis Ende des zweiten Weltkriegs war die ganze Kirche ohne elektrischen Strom. An besonderen Festtagen brachten die Menschen Kerzen für die Innenbeleuchtung mit.

Am Ende des zweiten Weltkriegs, als die Amerikaner von Oberaspach aus ihre Waffen Richtung Großaltdorf gerichtet hatten, hätten viele Großaltdorfer gerne ihre schon längst heimlich auf den Bühnen an Stangen aufgerollten Betttücher als weiße Fahne aus den Häusern gehängt, um den Amerikanern zu zeigen: Wir ergeben uns. Aber es waren deutsche Soldaten im Dorf und so traute sich keiner, den Amerikanern ein Zeichen zu geben. Und so kam es, dass die feindlichen Waffen im Dorf eine schreckliche Verwüstung anrichteten. Viele Gebäude, darunter auch die Kirche und die nahegelegene Schule und das Pfarrhaus fielen den Flammen zum Opfer.

 

Nach dem Krieg wurden Pfarrhaus und Kirche wieder an ihren alten Plätzen aufgebaut.

Das Kirchenschiff wurde dabei in sich gewissermaßen nach rechts gedreht, während der Turm an derselben Stelle verblieb. Die dem Turm gegenüberliegende Innenmauer des Kirchenschiffs rückte man ca. 2m näher an das übrige Kirchen-gebäude heran. Dadurch entstand ein eher läng-licher Raum, der den Blick des Besuchers nun ein-deutig auf den neuen Standort des Altars und die neuen bunten Kirchenfenster hinlenkt. In dem durch das Hereinrücken der Wand frei gewordenen Raum entstand die neue Sakristei, die bis heute vor dem Gottesdienst vielen Betern und während des Gottesdienstes Eltern mit Kleinkindern Raum gibt. Die Bänke wurden nun auf den Altar in sei-nem neuen Standort ausgerichtet. Über dem ehe-maligen Altarraum entstand ein neuer Emporenteil.

 

Dafür verzichtete man beim Neuaufbau der Kirche auf die Kleinaltdorfer Empore und auf die ursprüngliche Orgelempore. Die Orgel fand stattdessen auf der ursprünglichen Großaltdorfer Empore ihren neuen Platz. Der Altar und die neue Kanzel wirken einladender und größer in dem neuen Kirchenschiff, das nach Aussage auch der alten Großaltdorfer nach den schrecklichen Ereignisse der Zerstörung in neuem und schönerem Glanz erstrahlt als zuvor. Auch im Äußeren fanden Turm, Kirchenschiff und auch die Glocken und der Hahn, der die Gemeinde Christi erinnert, dem Herrn treu zu bleiben und ihn nicht wie Petrus zu verleugnen, ihre Bestimmung. 

1949, das Kirchenschiff hatte schon wieder sein Dach und man machte sich an den Wiederaufbau des Turms.

 

 

  

 

 

 

 

 

 

Drei Glocken läuten auf dem Kirchturm:

Die Taufglocke (gegossen 1696),

diese Leihglocke aus dem schlesischen Gurau Ort Gurau (gegossen 1776) und die

große Glocke (gegossen 1958).

Sie laden ein zu den Gottesdiensten und zum Gebet und weisen auf die Zeit, die uns der Herr anvertraut.

 

 

 Hier wird der Hahn auf dem Turm angebracht:

 Mit großer Freude mit Festzug und Festgottesdienst wurde die Kirche wieder eingeweiht und von der Gemeinde angenommen.

Viele Menschen aller Generationen kommen seit dem in ihrer Dorfkirche zum Gottesdienst zusammen, um, ob begleitet von der neuen Orgel oder mit Keyboard, Gitarre und Schlagzeug in Lied, Predigt, Gebet, in Brotbrechen und Gemeinschaft in Freude und Leid mit unserem Herrn verbunden zu sein.

 

 

Verantwortlich für den Inhalt:

Hans-Gerhard Hammer

Hinzugezogen wurden:

Bilder und Worte aus dem Buch „Großaltdorf“ Band 2 von Hans Ebert,

ein Auszug aus dem Buch „Die Stöckenburg in Geschichte und Gegenwart, hrsg. Hermann Künstner

ein Bericht von Bernd Hofmann,

die mündliche Schilderung von Fritz Braun

ein Auszug aus Wikipedia zu Bartholomäus  

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